Einsatzbericht Hoorige Mess 2015

Foto: H.W. Schlett / DRK OV WT

1. Wetter
Temperatur bis 10°C, trocken, bewölkt bis wolkenfrei und teilweise Sonnenschein.

2. Lage
Am Samstag den 14.2.2014 war in der Innenstadt von Tiengen die Hoorige Mess. Die Hoorige Mess beginnt morgens um 10:00 Uhr und endet gegen 20:00 Uhr in der Innenstadt von Tiengen. Auf dem Marktplatz in Tiengen findet um Mitternacht das Narrentreiben im Hanselezelt ein Ende.

Die Hooirge Mess ist ein närrisches Treiben in der Innenstadt und auf dem Marktplatz von Tiengen. Die Besucher können sich an mehr wie 25 Ständen und Zelten verpflegen. Hauptsächlich werden alkoholhaltige Getränke konsumiert. In der Zeit von 13:00 Uhr bis  20:00 Uhr ist die Innenstadt von Tiengen voll mit Besuchern. Ein rasches Durchkommen ist für die Einsatzkräfte in dieser Zeit nur schwer möglich. Gegen 19:00 Uhr schließen die Stände und Zelte in der Innenstadt. Das närrische Treiben verlagert sich dann auf den Marktplatz in und um das große Hansele Zelt.

Foto: H.W. Schlett / DRK OV WT

3. Einsatzabwicklung

3.1 Allgemein
Die erforderliche Einsatzplanung hat die Kreisbereitschaftsleitung erstellt und dokumentiert. Die Rot Kreuz Bereitschaft Tiengen hat den Sanitätswachdienst übernommen. Die DRK Einsatzkräfte hatten ihren Stützpunkt bzw. die Unfallhilfsstelle (UHS) im  ehemaligen Kino am Marktplatz. Auf dem Parkplatz (ehemaliges Feuerwehrgeräte-haus) war eine Absperrung für die Einsatzfahrzeuge von Polizei, Sanitäts- und Rettungsdienst vorhanden.

Die UHS wurde am Samstag ab 9:30 Uhr mit 3 Einsatzkräften aufgebaut und ausgestattet.

Im Vorraum des ehemaligen Kinos hatte es Platz für den Protokollführer des Verband- und Einsatztagebuch, einen Funker und die Einsatzkräfte. Die Verpflegung der Einsatzkräfte erfolgte ebenfalls in dem Vorraum.

Ebenfalls wurde das erforderliche Sanitätsmaterial griffbereit vorgehalten. Auf der Bühne ist ausreichend Platz um kurzfristig ca. 10 Feldbetten oder Krankentragen zusätzlich aufbauen zu können. Mit einem Power Moon, der mit Stativ auf der Bühne aufgestellt wurde, konnte für medizinische Versorgungen eine ausreichende und blendfreie Beleuchtung sichergestellt werden. Ein grosser Vorteil von diesem Gebäude ist die direkte und mit einer Stufe fast ebenerdige Zugänglichkeit vom Parkplatz zum Kinosaal. Dieser Zugang ist geeignet für den Einsatz von Fahrtragen aus den Rettungs- und Krankenwagen. Zur Überwindung der Stufe wird eine Auffahrschiene eingesetzt. In zwei DRK Anhängern die vor dem Kino parkiert wurden war weiteres Material für eine aufwachsende Lage vorhanden.

Zum Telefonieren stand im DRK- Stützpunkt ein Mobiltelefon zur Verfügung.

In der Spitzenzeit waren fünf Einsatzkräfte der DRK Bereitschaft Tiengen und drei Einsatzkräfte von der DRK Bereitschaft Waldshut in der UHS. Dadurch konnten maximal drei Fussstreifen eingesetzt werden. Zusätzlich hat die DRK Bereitschaft Waldshut zwei RTWs, einen MTW als Notarzt-zubringer für den Notarzt Dr. Daniel Arndt und einen KTW vom Rettungsdienst bereitgestellt und besetzt. Auf den DRK Einsatzfahrzeugen waren erfahrene Rettungs-sanitäter und erfahrene Rettungsassistenten im Einsatz. Insgesamt waren mit dem Notarzt, der Ärztin der BR Waldshut und den nachalarmierten Kräften der Bereitschaft Lauchringen 20 Einsatzkräfte im Einsatz. 

Notrufe wurden über die Notrufnummer 112 bei der Integrierten Leitstelle Waldshut (ILS WT) gemeldet oder kamen direkt über den Sicherheitsdienst in die UHS. Über den Rettungsdienstfunk leitete die ILS Waldshut eingegangene Notrufe, aus dem Bereich der Veranstaltung, direkt an die Einsatzleitung in der UHS weiter.

3.2 Dokumentierte Erste Hilfe Leistungen

Im Verbandbuch wurden die folgenden 18 Erste Hilfe Leistungen festgehalten: 

  1  Patient mit einer Schnittwunde

  6 Patienten mit chirurgische Ursachen (Wunden verschiedener Ursachen, Quetschungen, Sturz)     

  8  Patienten nach übermässigem Alkoholgenuss

  3  Sonstige Fälle (Augenlinse zerbrochen, Vom Menschen gebissen, unklarer Bauch)   


3.3 Transporte mit Krankenkraftwagen

Im Jahr 2015 wurde zusätzlich zu den Erste Hilfe Leistungen in der Unfallhilfsstelle die folgenden Transporte mit Rettungs- und Krankenwagen durchgeführt:

Transporte in das Spital Waldshut

  • 1 Patienten mit Schnittwunde zum Nähen
  • 4 Patienten nach übermässigem Alkoholgenuss
  • 3 Patienten mit einem sonstigen Notfall (Atemnot, akuter Bauch, Biss)
  • 1 Patient nach einem Verkehrsunfall

Transporte in das Krankenhaus Stühlingen

  • 1 Patient mit übermässigen Alkoholgenuss, kühler Körpertemperatur

Zusätzlich zu den hier aufgelisteten Transporten von Patienten haben wir für die Integrierte Leitstelle Waldshut während der Hoorigen Mess noch vier Krankentransporte durchgeführt. Mangels freier Krankenkraftwagen vom Sanitätsdienst an der Hoorigen Mess und im Regel- Rettungsdienst in der Region Waldshut wurden zwei Patienten mit einem Mannschaftstransportfahrzeug von der Einsatzstelle zur UHS zur ärztlichen Untersuchung gefahren.

3.4 Einsatzmittel und Kräfte

Einsatzmittel

Funkrufname

DRK Gliederung

Einsatzkräfte

Krankenwagen

RK WT 1/85-3

BR Waldshut

2

Rettungswagen

RK WT 13/85-1

BR Waldshut

2

Rettungswagen

RK WT 13/85-2

BR Waldshut

2

Notarztzubringer

RK WT 11/10

KV Waldshut

1

Mannschaftstransportwagen

RK WT 15/26

BR Tiengen

2

Notarzt

Dr. D. Arndt

KV Waldshut

1

UHS inkl. Streifen

 

BR Tiengen/ WT

8

Krankenwagen, nachalarmiert

RK WT 14/85

BR Lauchringen

2

Summe

6

 

20

 

Wegen der Auslastung der an der UHS vorgehaltenen Einsatzfahrzeuge mussten wird in diesem Jahr den Krankenwagen (RK WT 14/85) der DRK Bereitschaft Lauchringen nachalarmieren.

Mit diesem Krankenwagen hatten wir 6 Einsatzfahrzeuge vom Katastrophenschutz vom DRK Kreisverband Waldshut und 20 Einsatzkräfte im Einsatz. Unter den 20 Einsatzkräften war der Notarzt Dr. D. Arndt und die Ärztin S. Jurk der Bereitschaft Waldshut.

Foto: H.W. Schlett / DRK OV WT

4. Kommentare/ Bemerkungen

4.1 Organisation

Aus unserer Erfahrung waren die Anstrengungen zur Reduzierung des Glasbruches auf den Strassen erfolgreich. Wir hatten nur eine Schnittwunde zu versorgen und ins Krankenhaus Waldshut zu transportieren. 

Die abgesperrte Fläche für den Krankenwagenhalteplatz, am Standort des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses, war am Samstagmorgen frei von Fahrzeugen. 

Die drei von uns vorgehaltenen Krankenkraftwagen haben die Anforderungen vom Rettungsdienstgesetz Baden- Württemberg erfüllt. Die Erfahrung an der Hoorigen Mess 2015 zeigt, dass die Vorhaltung von mindestens einem Notarzt mit Zubringerfahrzeug, zwei Rettungswagen,  einem Krankenwagen und einem Mann-schaftstransportwagen zwingend erforderlich ist. Weitere Krankenkraftwagen sollen nach mit einer Alarmierung schnell abrufbar sein.

 Der Rettungsdienst hatte 2015 keine Fehleinsätze oder Hilfsfristüberschreitungen wegen der Hoorigen Mess.  

Der DRK Sanitätsposten bzw. die UHS im ehemaligen Kino wurde pünktlich und wie abgesprochen um 00:05 Uhr geschlossen. Es ist nicht bekannt, dass bei der ILS Waldshut nach dem Schliessen  der UHS  noch ein Notruf im Zusammenhang mit der Hoorigen Mess eingegangen ist.

Foto: H.W. Schlett / DRK OV WT

4.2 Allgemein

Am Samstagmorgen, während dem Aufbau der UHS, wurden wir von der ILS Waldshut zu einer nicht ansprechbaren Person auf einer Strasse in Tiengen gerufen. Wir konnten dem Team vom RTW beim Aufnehmen und Einladen des Patienten helfen.

Die Einsätze für die Krankenwagen wurden 2015 erst spät erforderlich (ab 15:25) und endeten früh ca. 20:00 Uhr. Die Anzahl der Einsätze war vergleichbar mit den Einsätzen der letzten Jahre. Durch die Einsätze in kürzerer Zeit war die Belastung für das Einsatzpersonal höher wie in den letzten Jahren. Dies führte auch dazu, dass der Notarzt dreimal als letztes freies Einsatzmittel bzw. als Helfer vor Ort (First Responder) zu Einsätzen fahren musste um Versorgungen vor Ort vorzunehmen und Prioritäten für den Einsatz von Krankenkraftwagen setzen zu können.

Die Häufung der Einsätze macht auch die Nachalarmierung der DRK Bereitschaft Lauchringen mit ihrem Krankenwagen notwendig

4.3 Kommunikation

Zum 2. Mal war an der Hoorigen Mess die Verständigung der Einsatzkräfte untereinander mittels Handy meistens wegen einer Netzüberlastungen nicht möglich!Das Problem haben wir im Moment bei allen grösseren Veranstaltungen in unserer Region!!! 

Das Konzept in der UHS mit einem mobilen 4m Bandfunkgerät, auf dem Rettungs-dienstfunk, für die ILS Waldshut ständig erreichbar zu sein ist zwingend erforderlich. Dies führt aber auch zu Belastungen vom Funkverkehr im Rettungsdienstkanal. Es ist zu prüfen ob die ILS Waldshut in der Zukunft in der Kernzeit (von ca. 14:00 Uhr bis ca. 22:00 Uhr) der Hoorigen Mess mit einem 3. Disponenten verstärkt werden soll. Die Zusammenarbeit mit der ILS Waldshut hat sehr gut funktioniert. Unser DRK Stützpunkt im Kino wurde bei jedem in der ILS WT eingehenden Notruf sofort informiert.

4.4 Notarzt

Der Notarzt in unserem Sanitätsposten hat sich wieder bewährt. Durch seinen Einsatz konnten sich bei uns mehrere alkoholisierte Patienten ausnüchtern und mussten nicht in ein Krankenhaus gefahren werden.

Wir bedanken uns bei Dr. Daniel Arndt und der Ärztin S. Jurk  für Ihren erfolgreichen Einsatz. Wir haben die Zusammenarbeit mit Ihnen sehr geschätzt und hoffen Sie auch 2016 wieder für einen Einsatz bei der Hoorigen Mess gewinnen zu können.

4.5 Versorgung

Bei der Ausnüchterung wurden bei den Patienten der Kreislauf (Puls, Sauerstoff-sättigung, Blutdruck, Blutzucker) und die Körpertemperatur überwacht. Häufig haben die Patienten eine warme Infusion erhalten. Die Patienten wurden beim Erbrechen unterstützt und vor einer Unterkühlung geschützt.